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Die Abofront 5 März, 2009

Posted by Tobüas in Leben im Callcenter.
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Die Aktion, die wir heute im Call Center verkaufen sollten, hieß „Märzoffensive.“ Ich find den Namen so lustig. Kling nach „Generalmajor, die taz steht an der Ostfront kurz vor dem Durchbruch, und am Rhein macht die FAZ kräftig Druck. Die Märzoffensive ist unsere letzte Hoffnung, das Blatt noch zu Wenden. Setzten sie sich sofort ans Telefon und rufen sie an, wen sie können. Machen sie ihnen den Ernst der Situation klar, sie müssen unbedingt ein Abo bei uns nehmen, damit die Front nicht zusammenbricht. Wegtreten.“

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James Bond 27 Februar, 2009

Posted by Tobüas in Leben im Callcenter.
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Bitte nicht weiterverraten: Ich bin ein Agent. Das ist so geheim, dass ich es bis heute auch nicht wusste. Erst als ich das Call Center verlassen habe, erst da habe ich es gemerkt: Ich bin quasi James Bond. Gut, meine Mitarbeiternummer ist leider nicht 007, sonst könnte ich sie mir nämlich merken, aber trotzdem, ich stehe damit auf der selben Stufe wie er und diene dem Wohl unseres Landes. Ich finde das sehr cool.

Ach so, weil vielleicht nicht alle das verstehen: Die Berufsbezeichnung für uns ist Call Agent (nicht Boy/Girl!!!).

Die Gustav Knodler Verschwörung 4 Februar, 2009

Posted by Tobüas in Leben im Callcenter.
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Momentan ist im Call Center nicht so viel los, wie man sich das als Verkäufer wünscht, darum muss man sich mit jeder kleinen Unterhaltung zufrienden geben. Und so halte ich momentan Ausschau nach lustigen Straßen- und Ortsnamen. Mein absoluter Favorit unter den Straßen Deutschlands ist ohne Zweifel die Dr. Gustav-Knodler-Str. in Eggenstein-Leopoldshafen. Ja, es ist schon sehr langweilig im Call Center, und dass man so einen Namen lustig findet zeigt die Verzweiflung recht deutlich, während es gleichzeitig auch ein Armutszeugnis ist für die deutsche Straßennamensgebung. Sind wir Deutsche so ernst wie man uns nachsagt? Wenn Die Gustav-Knodler-Str. (seinen Doktortitel unterschlage ich einfach 🙂 ) schon die lustigste Straße ist, wie traurig muss es dann unter den anderen deutschen Straßennamen zugehen?

Wer ist eigentlich dieser Gustav Knodler? Er muss ja schon sehr wichtig sein, wenn die strategisch wichtige, JahnstraßeGustav Knodler Straße mit Hauptstraße verbindendet Durchfahrt in der deutschen Metropole Leopoldshafen-Eggenstein nach ihm benannt wird. Immerhin befinden sich dort  solche Top-Adressen wie Tangostudio, Immobilienmakler und Aktivurlaub in Rumänien, die sonst nur in Berlin, Wien oder Castrop-Rauxel zu finden sind. Welche großartige Tat muss ein Mann geleistet haben, damit ihm eine sdolche Ehre zuteil wird?

Nun, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Alles was ich gefunden habe sind Hinweise darauf, dass es mal einen berühmten Imker dieses Namens gab. Reicht das, damit man eine eigenen Straße bekommt? Wenn ja, dann erhebe ich Anspruch auf ein! Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass hier eine große Verschwörung vorliegt. War er ein Illuminat? Ein Freimaurer? Ein Alien? Was wusste er über die Ermordung von John F. Kennedy, oder war er es sogar? Und wie steht das im Zusammenhang mit dem 11. September, Roswell und Atlantis? Ihr seht, es bleiben viele Fragen offen, ich scheine in ein regelrechtes Hornissennest gestochen zu haben, obwohl mir doch nur bei der Arbeit langweilig war. Wenn meine Seite demnächst offline geht oder ich bei einem Unfall ums Leben komme, dann wisst ihr, dass ich ganz nah an der Wahrheit bin – oder war…

Die bunte Welt der Anrufbeantworter 12 Dezember, 2008

Posted by Tobüas in Leben im Callcenter.
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Durch meine Arbeit am Telefon bin ich in kürzester Zeit zu dem führenden Experten in Sachen Anrufbeantwortersprüche im südwestdeutschen Raum avanciert. Glückwünsche dazu sind natürlich herzlich willkommen.

Natürlich hat jeder so seine eigenen Vorlieben in Sachen Anrufbeantworter. Was dem einen gefällt stößt bei anderen nicht auf Gegenliebe. Ich hatte ja jahrelang den Standartspruch „Hallo. Dies ist die Mailbox von…“. Da ein Freund sich all die Jahre darüber lustig gemacht hat hab ich ihn dann irgendwann geändert in das, was ich jetzt habe. Damit habe ich es zwar ihm recht gemacht, aber es gibt zahlreiche andere, die dieser Spruch annervt. Gestern musste ich sogar meinem nicht-deutschen Salsalehrer erklären, was dieser Spruch soll. Zeit für einen neuen? I don’t think so. (mehr …)

Konsumierte Höflichkeit 10 Dezember, 2008

Posted by Tobüas in Leben im Callcenter.
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Warum ich diesen (oder dieses???) Post schreibe? Ganz einfach, weil ich mich ärgere. Wo ist unsere gute Kinderstube geblieben? Warum hat es niemand mehr nötig, einen Knigge zu lesen? By the way, ich habe mir die Mühe gemacht, habe aber so gut wie alles vergessen, außer die Regel, dass der Mann ein unbekanntes Lokal zuerst betritt da es sich um terra incognita handelt – er erkundet das Terrain und sichert den Vorstoß – und er der Dame den Vortritt lässt, wenn es sich um die Stammkneipe handelt. (mehr …)

Deutsch für Callcenter 30 November, 2008

Posted by Tobüas in Leben im Callcenter.
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Es gibt nicht viele zu lachen wenn man in einem Call Center arbeitet. Trotzdem gibt es manchmal Situationen oder Dinge, die das Leben dort erträglicher machen und einem kurz ein lächeln auf die Lippen zaubern. Am Donnerstag gab es wieder eine dieser seltenen Situationen. Ein Kontakt mit einem Namen der auf Immigrationshintergrund schließen läßt. Ein Kollege hatte bereits mit der Person telefoniert und als Bemerkung mit schlecht deutschfrau hinterlassen. 😆 Ironisch dieser Kommentar