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Eine Frage des Stils 7 Januar, 2009

Posted by Tobüas in Blogging.
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Im ersten Teil übers schreiben ging es um die Frage, ob man besser einfach drauf los schreibt oder vorher eine Planungs- und Konzeptionsphase einschiebt. Im zweiten Teil wird es um den Schreibstil gehen. Auch hier beziehe ich mich auf die bereits genannten Quellen, weil meine eigenen Erfahrungen recht mager sind.

Wie bereits erwähnt beschäftige ich mich mit dem Thema aufgrund der konstruktiven Kritik eines Freundes über meinen Schreibstil. Eigentlich, dass ist mir erst gestern klar geworden, hat er gar nicht meinen Stil kritisiert, sondern meine Struktur. Darum könnte ich jetzt eigentlich aufhören, da ich alles andere ja kann ;-).

Zunächst Mal mein arrogantes Eingeständniss: Ich mag meinen Schreibstil.

Viel wurde geschrieben über die Art, wie man mit dem Inhalt umgeht, aber die Frage des Stils wurde in den anderen Posts nicht beantwortet. Wie auch? Stil ist eine extrem persönliche Sache. Der Stil, in dem ich mich kleide, gefällt einigen und wieder anderen nicht. Ich liebe den Schreibstil von Harald Schmidt in seinen Focus-Kolumen, aber einer ganzen Menge Leute gefällt das nicht. Warum soll es dann bei meinen geistigen Ergüssen anders sein? Stil ist immer auch eine Geschmacksfrage, und über Geschmack lässt sich ja nicht streiten.

Da der Stil eine individuelle Sache ist gibt es keinen falschen Stil, sehr wohl aber einen passenden und einen unpassenden. Dieser ist dann vom Kontext abhängig. Eine Geburtsanzeige im Stil eines Bestattungstextes währe so etwas. Viele Hausarbeiten (und noch viel mehr bei Exkursionsprotokollen) im ersten und zweiten Semester fallen auch in diese Kategorie, sie klingen noch wie Schulaufsätze, und das wirkt enorm deplaziert.

Das führt zu der Frage, welcher Stil ist denn der für einen Blog passende? Ich denke, darauf kann man keine pauschale Antwort geben. Ein (privater) Blog ist etwas persönliches, in dem ich meine Gedanken präsentiere, weshalb ich hier keine Leitlinie geben würde was passend oder unpassend ist. Man sollte sich eher darüber im klaren sein, was man will und sich dann überlegen, ob der eigene Schreibstil dazu passt oder nicht.

Im Klaren sollte man sich darüber sein, wie die Beziehung von Schreibstil und Inhalt ist. Der Inhalt ist das, worum es geht. Kaum jemand ließt etwas, weil er nur den Stil mag, sondern weil es ihm um den Gehalt geht. Der Stil ist dann gewissermaßen die Verpackung, die Art, wie der Inhalt transportiert wird. Ich finde es bei Vorträgen und Predigten sehr interessant, diese beiden Ebenen voneinander getrennt zu betrachten. Es gibt Leute mit spannenden Themen, die diese nicht rüber bekommen und damit die interessanten Informationen verloren gehen. Genauso gibt es Leute, denen höre ich gerne zu, weil sie gut präsentieren können. Wenn die dann aber nix zu sagen haben, bin ich zwar gut unterhalten worden, aber ohne einen weiteren Gewinn daraus ziehen zu können. Genauso ist es beim geschriebenen Text, nur vielleicht nicht ganz so ausgeprägt.

Wie gesagt ist der Stil eine persönliche Sache, aber nicht die 10 Gebote. Darum darf man an seinem Stil gerne arbeiten, ohne dadurch seine Persönlichkeite zu verkaufen. Da der Schreibstil wichtig ist für die Vermittlung des Wissens und letzlich auch dafür, ob jemand etwas ließt oder nicht, sollte man daran arbeiten, seinen Ausdruck und die Verständlichkeit zu verbessern. Gut um an seinem Stil zu arbeiten ist es, andere Post kritisch zu lesen und sie zu reflektieren, selbstverständlich auch Kritk zulassen am eigenen Schaffen, und wenn man besonders ambitioniert ist, natürlich auch ne Schreibwerkstatt.

Was vielleicht nicht ganz zum Schreibstil gehört, ich aber auch noch kurz mit rein bringen will sind Rechtschreibung und das Ende. Ich pflichte natürlich allen anderen bei, dass Rechtschreibung wichtig ist und blablabla, aber da es selbst nicht meine Stärke ist (die Rechtschreibfehler gehören aber nicht zu meinem Stil) und mir so was bei anderen auch nur in krassen Fällen auffällt, belasse ich es einfach dabei, auf die Rechtschreibprüfung hinzuweisen. Wichtiger ist da schon der Punkt, ein gutes Ende für ein Post zu haben, dass die Sache gut abschließt. So wie dieses 🙂

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Kommentare»

1. asdf - 16 Januar, 2009

Lange habe ich nichts mehr geschrieben… da wird es mal wieder Zeit!

„Kaum jemand ließt etwas, weil er nur den Stil mag, sondern weil es ihm um den Gehalt geht.“

Wegen deS RechtschreibfehlerS kann ich dich ja nicht mehr belangen, da du dich offen zu deinen Rechtschreibfehlern bekannt hast… sehr geschickter Schachzug von dir!!! Weiter zu diesem Zitat später.

„Ich mag meinen Schreibstil“

Das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung fürs Schreiben. Wenn du deinen Stil nicht mögen würdest, warum solltest du dann schreiben? … Ach ja, vielleicht um etwas mitzuteilen?!…

Stil und Struktur haben tatsächlich viel miteinander zu tun. So ist es etwa schwer zu entscheiden ob es Stil oder Struktur ist, ein Teil Inhalt auf 20 Teile Text „aufzublasen“.

Begrüßen tu ich deine recht neue Unterteilung in Abschnitte. Die machen das Ganze übersichtlicher. Der nächste Schritt wäre es, meiner Meinung nach, die Abschnitte entsprechend der inhaltlichen Sinnabschnitte zu setzen. … Vielleicht hab ich die inhaltliche Gliederung aber auch einfach verpasst.

Nun zurück zum ersten Zitat:

Wenn ich ein Buch, also kein Sachbuch sondern einen Roman, lese, dann entscheidet auf den ersten Seiten nicht der Inhalt darüber, ob ich weiterlese oder das Buch weglege, sondern einzig der Stil. Wenn der Inhalt allerdings 20 Seiten oder mehr auf sich warten lässt, dann lege ich das Buch trotzdem weg.

Zusammengefasst: Der Stil ist es, der mich dazu bringt, nach den ersten Zeilen weiterzulesen. Der Inhalt ist es, der darüber entscheidet, ob das Gelesene interessant war.

Der Stil ist es, der die großen Schriftsteller auszeichnet. Auch ein Lobpreislied hat zwei Komponenten: der Text und die Melodie (bzw. auch noch das Arrangement). Vielleicht kann man das vergleichen mit „Inhalt“ und „Stil“. Die Melodie ist dafür verantwortlich, dass es mir gefällt, der Text macht, dass es mich berührt und bewegt.

Damit habe ich jetzt den Stil aber eindeutig zu hoch bewertet. Es bleibt also eine zu klärende Frage, inwiefern Stil und Inhalt sinnvoll gewichtet werden sollten.

Tobüas - 19 Januar, 2009

Ein Kommentar fast so lang wie mein Post 😉
Ja, ist tatsächlich eine gute Frage wie die Gewichtung von Stil und Inhalt ist. Gemäß deiner Zusammenfasstung
„Der Stil ist es, der mich dazu bringt, nach den ersten Zeilen weiterzulesen. Der Inhalt ist es, der darüber entscheidet, ob das Gelesene interessant war.“
ist ja beides wichtig. Und ich für mich lasse es damit einfach mal stehen…


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