jump to navigation

Gastgeber 16 Dezember, 2008

Posted by Tobüas in Tiefsinn? Unsinn?.
Tags: , ,
trackback

Happy Birthday to me, Happy Birthday to me, Happy Birthday dear……. Ja, ich hatte Geburstag, aber es muss euch gar nicht peinlich sein wenn ihr mir nicht gratuliert habt. Ich schreibe das auch nicht, damit ich nachträglich noch viele Glückwünsche in den Kommentaren bekomme. Dieses Jahr habe ich wieder mit ein paar Freunden gefeiert. Und weil es mich voll gestresst hab, wollte ich die Sache einfach mal durchdenken, damit es nächstes Jahr, wenn ich wieder nicht älter werde, obwohl ich Geburtstag habe, nicht ganz so stresst.

Ich bin mir nicht ganz schlüssig welche Gastgeberkrankheit die schlimmste ist, aber ganz weit vorne rangiert auf jeden Fall die Frage, ob Essen und Trinken reichen werden. Immerhin hält das nicht nur Leib und Seele, sondern auch die Party beisammen. Es ist einfach keine schöne Vorstellung, dass während der Feier das Bier ausgeht. Ich hab mir dieses Jahr versucht zu sagen, dass es egal ist, es gibt, was da ist, und wenn es leer ist, dann ist es halt leer. Ich will nicht 5 Kästen Becks Chilled Orange kaufen, nur um sicher zu gehen, dass genug da ist. Wenn es leer ist, dann muss halt normales Bier getrunken werden, Wein oder Cola. Und wenn es keine Cola mehr gibt, dann wird halt auf SchwippSchwapp umgestiegen. Ich finde dieses Denken vernüftig, nur leider ist es mir nicht gelungen, es so zu verinnerlichen, dass es mich tatsächlich kalt gelassen hätte. Darum gab es zu viel Bier, zu viel Wein, zu viel Fanta, zu viel Chips, und sogar vom Becks sind zwei Flaschen übrig geblieben. Doof eigentlich, dass man sich mit so was so stresst.

Es ist doch komisch, dass man als Gastgeber anders denkt denn als Gast. Wenn ich irgendwo bin und es gibt nix mehr, dann denke ich schade und suche mir was anderes zu trinken. Als Gastgeber vergisst man so etwas leicht und denkt, es wäre der Untergang der Welt.

Weiterer Punkt, der zumindest mich bei der Vorbereitung stresst, ist, dass es mehr als eine Feier ist, es ist auch eine Plattform der Selbstdarstellung. Freunde von mir kommen zusammen, die sich nicht kennen. Hier sieht man, in welchem sozialen Umfeld ich mich bewege. Wie groß ist mein Freundeskreis? Wer gehört zu meinem Freundeskreis? Sind das die coolen und angesagten Leute oder eher der Abschaum der Gesellschaft? Gerade wenn man in einem großen Verein ist, von denen aber nur ein Teil eingeladen ist, ist das ein Aspekt, der stressen kann. Immerhin will man ja nicht als Hinterwältler dastehen. Wie ist das Geschlechterverhältniss? Ich war mir dieser Dimension vorher bewußt und hatte darum gesagt, dass ich diese Feier ganz alleine für mich mache, d.h. das ich nicht auf irgendwelchen sozialen Druck reagiere, ich feiern will um mit Freunden zusammen zu sein und nicht um irgendetwas darzustellen oder anderen etwas zu beweißen. Aber ich finde das ganz ähnlich wie mit der Essensfrage: Das Problem ist schnell erkannt, aber sich davon tatäschlich befreit zu feiern ist schwer. Mich zumindest hat das beschäftigt.

Das schließt auch gleich zum dritten Grund an, was mich gestresst hat, und ich denke das geht Gastgebern überall auf der Welt nicht anders: Gefällt es allen??? Man will eine gute Feier haben, einerseits wieder wegen der eigenen Reputation, aber auch einfach deswegen, weil man der Gastgeber, Organisator und meist Initiator ist. Darum interpretiert man ständig jeden Gesichtsausdruck, wenn jemand gerade allein rumhängt stellt man die Feier in Frage. Immerhin in dieser Sache war ich dieses Jahr etwas relaxter. Ich kann es nicht jedem recht machen, das geht nicht. Und es ist auch nicht jeder immer gut drauf. Ich war auch schon auf Partys und war einfach schlecht drauf und wollte gar nicht ständig mit jedem reden, sondern einfach mal irgendwo relaxt in nem Sessel hängen. Jeder hat solche Tage. Und deswegen soll man sich da auch nicht zu viel Gedanken machen und irgendwelche Sachen überinterpretieren. Außerdem sind wir alle alt genug, um selbst etwas Verantwortung übernehmen zu könnne. Klar hat der Gastgeber die Aufgabe für einen entsprechenden Rahmen zu sorgen und soll auch versuchen, wenn er sieht dass irgendwo Leute keinen Zugang finden sie irgendwo mit einzubinden, aber letztendlich trägt dafür auch jeder selbst Verantwortung. Damit ist nicht allein der Gastgeber dafür verantwortlich, ob eine Party gelingt, sondern auch seine Gäste.

Advertisements

Kommentare»

1. asdf - 16 Januar, 2009

Da hab ich doch sooooo viel Beck’s getrunken, und immernoch sind zwei Flaschen übergeblieben… Ich fürchte, ich hatte sie übersehen, sonst wären die meinem Durst auch noch zum Opfer gefallen!
Also: Ich fand’s toll: Das Essen reichlich und gut, die Getränke ausreichend und kühl, die Leute nett und die Stimmung locker.

Noch ein Vorausblick auf den Post über den Stil:

Noch bevor du dich bewusst mit Stil und Inhalt beschäftigst, hast du hier auf den Ebenen von Inhalt und Struktur voll gepunktet.

Gliederung: super
Inhalt: vorhanden und lesens- und mitteilungwert
Persönlicher Profit: tasächlich da–> du hast in dem was du sagst recht, und ich hatte mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht.
Nur eines hast du noch vergessen: Beim Geburtstag geht es doch auch ein bisschen um Geschenke, oder?

Tobüas - 19 Januar, 2009

Natürlich geht es am Ende nur um die Geschenke, deswegen habe ich ja gefeiert 😉 Da ich das als gegeben vorausgesetzt 🙂


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: