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Die bunte Welt der Anrufbeantworter 12 Dezember, 2008

Posted by Tobüas in Leben im Callcenter.
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Durch meine Arbeit am Telefon bin ich in kürzester Zeit zu dem führenden Experten in Sachen Anrufbeantwortersprüche im südwestdeutschen Raum avanciert. Glückwünsche dazu sind natürlich herzlich willkommen.

Natürlich hat jeder so seine eigenen Vorlieben in Sachen Anrufbeantworter. Was dem einen gefällt stößt bei anderen nicht auf Gegenliebe. Ich hatte ja jahrelang den Standartspruch „Hallo. Dies ist die Mailbox von…“. Da ein Freund sich all die Jahre darüber lustig gemacht hat hab ich ihn dann irgendwann geändert in das, was ich jetzt habe. Damit habe ich es zwar ihm recht gemacht, aber es gibt zahlreiche andere, die dieser Spruch annervt. Gestern musste ich sogar meinem nicht-deutschen Salsalehrer erklären, was dieser Spruch soll. Zeit für einen neuen? I don’t think so.

Ich finde es unglaublich, wie viele Menschen sich nicht die Mühe gemacht haben ihren AB gescheit zu besprechen – so wie es bei mir wäre, wenn ich nicht so lange genervt worden wäre. Vielleicht sollte ich zukünftig jedem mit so einer Ansage auf Band sprechen, dass er seine Begrüßung dringend personalisieren soll, wir leben doch im Zeitalter des Individualismus. Sonst ruf ich so lange an, bis er entweder was kauft (den darum rufe ich ja wirklich an) oder er seine Ansage ändert. 🙂 Die Standartsprüche sind natürlich das Mönchengladbach der Sprüche, sie rangieren ganz, ganz hinten in der Tabelle. Bei den Standartsprüchen gilt die Regel: Je größer der Anbieter, desto schlechter die Ansage. Hallo. Dies ist die O2-Mailbox von Florian Silbereisen oder noch schlimmer Guten Tag, sie sind verbunden mit der Vodafone-Mobilbox von Roberto Blanco. Zur Zeit ist niemande erreichbar, sie können aber… Gesprochen in einer kalten, falsch betonenden Computerstimme. ARGGGHHHHHH. Es geht auch besser. Kein Ahnung bei wem genau, aber bei manchen kleineren Anbietern bittet eine sonore Männerstimme darum, man möge doch bitte eine Nachricht hinterlassen. Warum geht das nicht auch bei der Telekom?

Habe ich gerade behauptet, die Standtartsprüche wären das untereste Ende in der Hierarchie? Nein, leider stimmt das nicht, es geht noch schlimmer. Manchmal wird man von einer unschuldigen Kinderstimme begrüßt, die einem ins Ohr säuselt das Mama, Papa und Michelé gerade nicht da sind, so dass es einem noch wärend der nächsten fünf Gespräche im Trommelfell nachhallt. Ich bin sehr froh, einem Freund von mir, gerade zum zweiten Mal Vater geworden, diese Idee damit ausgetrieben zu haben, das ich ihn mit der Drohung mich in meinem Leben niemehr zu melden wenn er seine Tochter die Ansage sprechen läßt erpresst habe. Erpressung ist –  im Gegensatz zu Espresso – zwar nicht moralisch, aber in so einem Fall durch das höhere Wohl abgesichert. Bitte, bitte, liebe Eltern, besprecht euren Anrufbeantworter selbst, außer euch und er Oma findet es kein anderer Mensch auf diesem Planeten süüüüüüüüß. Denkt an das Wohl eurer Anrufer, nicht alles sind bescheuerte Telefondirektvermarkter wie ich.

Ich frage mich manchmal, wieviel ich aus der Interpretation eines solchen Spruches über die Person erfahre. Was soll ich über eine Person denken, wenn ich von der Anrufbeantworterin abgefangen werde? Bei so einem Spruch muss ich unweigerlich an das Psychoprofil von Alice Schwarzer denken.

Mein bis dahin persönlicher Favorit ist aber immer noch Halli Hallo Hallöchen, hier spricht Verona. Vorgetragen in einer Piepsstimme, dass man sofort an den Blub im Rahmspinat und die Auskunft denkt. By the way, bei mir hat die Werbung mit Verona perfekt funktioniert, ich merke mir die Nummer der Auskunft auch nach alle den Jahren echt mit dem Spruch aus der Werbung:  11 Leute sind in einer Fußballmanschaft, meine Oma ist 88 und bei 0 Ahnung ruf ich die Auskunft an. Das hat sich tief eingegraben bei mir. Aber ich bin eh ein williges Opfer und gefundenes Fressen für jeden halbwegs begabten Werbestrategen.

Ich war übrigens bis jetzt immer stolz auf meinen AB-Spruch. Dachte, er wäre etwas besonderes, bis ich letzte Woche einen ganz ähnlichen Spruch gehört habe bei jemand anderem. Vielleicht wird es ja doch Zeit, meinen Spruch zu ändern. Ich könnte ja wieder zum Standartspruch zurückkehren, denn damit macht man es jedem gleich unrecht.

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