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Planen, Denken und Struktur 26 November, 2008

Posted by Tobüas in Blogging.
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Ich habe vor ein paar Tagen einem Freund von meinem neuen Hobby erzählt. So begeistert, dass er gleich auch einen Blog anfangen wollte (schade, ich hätte ihm mit meiner Erfahrung gut helfen können 🙂 ) war er zwar nicht, dafür hat er mich aufgemunter mit der Hoffnung, ich würde meinen Blog nicht genauso schreiben wie damals meine Rundmails aus Sambia, die ich schon mal in meinem ersten Post erwähnt habe. Diese seine Hoffnung hat mich dazu veranlasst, mich mal mit dem Thema schreiben zu beschäftigen.

Da meine eigenen Erfahrungen im Bereich schreiben doch recht begrenzt und nicht sehr erfolgreich sind und ich außerdem nicht der Typ mit der magischen Feder bin, der wunderbare Artikel herbeizaubert, habe ich mich zuerst Mal auf die Suche gemacht, was in der Blogosphäre (mit der Benutzung dieses Wortes zeige ich, dass ich immer mehr zum Insider werde 😉 ) so darüber schon geschrieben wurde, da die Wahrscheinlichkeit doch recht groß sein müsste, dass man sich auch mit dem beschäftigt, was man so macht. So ganz groß fündig geworden bin ich leider nicht, was aber wohl nicht an meiner suche lag, da diese eine Erfahrung ist, die auch andere schon vor mir machen mussten. Das nimmt mir das Gefähl etwas wichtiges übersehen zu haben.

Eine der Aussagen, auf die ich ein paar Mal gestoßen bin, war, ist, dass es wie in der Schule bei einer Erdkundearbeit ist: Bei 80% der Klasse ist Paris die Hauptstadt von Portugal. Die anderen 20% sind Streber, zu blöd zum Abschreiben oder so unbeliebt, dass man sie nicht abschreiben lässt. So sei es auch in der Blogosphäre: Alle schreiben nur voneinander ab. Es wird nur wenig selbst geschrieben und viele Post bestehen im Wesentlichen daraus , dass auf andere Posts verlinkt und deren Inhalt zusammengefasst oder wenigstens weiter ausgeführt wird. Ob dem so ist kann ich nicht sagen. Aber auf jeden Fall wird diese Technik, anders als in der Schule, nicht kritisiert, solange man sagt, von wem man abgeschrieben hat. An dieser Stelle funktioniert der Vergleich zur Schule natürlich nicht mehr 🙂 .Der Tipp dazu lautet, wenn man schon so was macht, dann soll man das wenigstens durch eine individuelle Note bereichern. Getreu diesem Motto, dass ich nicht generell für meinen Blog übernehmen will (ich habe momentan (noch???) den Anspruch, selbst Ideen zu haben und zu schreiben), werde ich genau das jetzt machen: Ich kaue wieder wie eine Kuh, was ich bei anderen abgegrast habe.

Wie gesagt, ich habe mich umgeschaut was andere über schreiben zu sagen haben, wobei leider nicht so viel rausgekommen ist. Beim suchen hat sich auch schon das Bewahrheitet, was ich grad gesagt habe: Fast alles geht auf die selbe Quelle(n) zurück, bei denen ich mich auch bedient habe: kreativrauschen, blogatelier, basicthinking und rausgebloggt.

Zurück zum Anfang. Der Freund aus der Einleitung, wegen dem ich jetzt also mich mit dem schreiben beschäftigte und nicht ‚richtig‘ schreibe, meinte also, er hoffe, ich würde nicht so schreiben wie meine Massenmails aus Sambia. Dankbarerweise hat er mein Selbstbewusstsein nicht völlig zerstört, da er spezifiziert hat, was ihn zu dieser Aussage bewegte – ein wichtiges Element des Konzepts der konstruktiven Kritik. Die Kritik bestand nun konkret darin, dass ich in besagten Massenmails (nicht zu verwechseln mit Spam!!!) meine Gedanken unreflektiert und unstrukturiert zum Besten gegeben habe. Darum geht es jetzt erst Mal um die Frage, wie dass denn so ist, wie ist das denn beim bloggen:

Einfach runterschreiben und online mit oder eher noch jemanden, der nach dem schreiben das Ding noch Mal korrektur ließt?

Bisher habe ich mich hin gesetzt und drauf los geschrieben. Bei kleinen Posts ist das auch angebracht, wenn man nur kurze eine Sache kommentieren will. Wie aber ist das bei den größeren, längeren Post? Ich muss sagen, bei meinen längeren Posts bisher bin ich nicht ganz so glücklich, ich meinen mit der Qualität. Ich glaube schon, dass da einiges besser gewesen wäre, wenn ich etwas Zeit damit verbracht hätte, vor dem schreiben mir zu überlegen was ich schreibe, worüber, wo es hin gehen soll. Kostet natürlich mehr Zeit so was zu machen, womit ich beim schreiben in der Zwickmühle stecke: Qualität oder Zeit?? Bei diesem Post habe ich es mal so gemacht, mir vorher zu überlegen, worüber ich schreiben will. Einen groben Fahrplan mit den einzelnen Sationen. Das schreiben selbst bleibt damit eine kreative Sache, die in ein Konzept eingebunden ist. Klingt klasse, ich hoffe es wirkt sich auch positiv auf das Geschriebene aus. Ich werde es auf jeden Fall jetzt mal so probieren, zumindest für die größeren Sachen. Für das Schreiben habe ich mir sogar überlegt, eine dreiteilige Serie draus zu machen. Das braucht noch mehr Planung 😉

Ganz ähnlich steht es um die Frage, ob man gleich veröffentlicht oder nochmal einen Tag wartet und es dann durchliest. Eigentlich fühle ich mich nicht qualifiziert diese Frage zu beantworten, dazu fehlt mir die Erfahrung. Aber alles wichtige, was man verfasst, liest man wenigstens ein Mal durch, egal ob Bewerbung, Artikel für die Zeitung oder Hausarbeit. Artikel von großen Zeitungen werden zwei Mal gegengelesen bevor sie veröffentlicht werden. Gut, ein privater Blog ist weder FAZ noch Die Zeit, aber trotzdem tut es auch einem Post in einem Blog auch gut, ihn nicht gleich rauszuhauen, sondern das Werk seines schaffens noch einen Tag ruhen zu lassen. Gute Weine müssen ja auch reifen. Man muss seinen Post ja nicht einsperren, bis er einen grauen Bart hat. Bei nem kurzen Post trifft natürlich nicht so zu, wenn man bloß kurz was kommentieren will.

Damit komme ich erst Mal zum Ende, meine Conclusion ist, dass es zumindest bei meinen längeren Texten zukünftig so sein wird, dass ich sie vor dem schreiben mal durchdenke und hinterher noch mal durchlese. Und für diese Erkenntnis so viel Text 🙂

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Kommentare»

1. asdf - 26 November, 2008

Häufig steht man vor einem Kunstwerk (z.B. von Picasso) und denkt sich: „So hätte ich das auch machen können“ oder aber: „Was soll will der Künstler damit darstellen?“ Und tatsächlich kann es sein, dass der Künstler damit nicht die Absicht hat, etwas darzustellen, sondern das Kunstwerk als ein eigenes Individuum betrachtet, das zum Leben kommt, im selben Moment wie der Künstler mit seinem Pinsel es zum Leben erweckt. Der Künstler ist dabei jedoch weniger in der Rolle eines Schöpfers, der einen Schöpfungsgedanken im Kunstwerk verwirklicht, vielmehr verhilft er dem Kunstwerk in seiner immanenten Entstehensdynamik zum Leben zu kommen.

So könnte man einen Post, wenn es nicht um die Darstellung geht, mit einer dem Post immanenten Dynamik betrachten, der also entsteht unabhängig von dem, was der Verfasser sagen will. So wie bei einem Kunstwerk eben. Leider verstehe ich solche Kunstwerke aber meistens nicht und finde sie damit uninteressant. Also: dein Vorsatz wird von mir sehr begrüßt.

2. Tobüas - 30 November, 2008

Immerhin den letzten Satz habe ich verstanden 😉


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