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Entstellt 12 November, 2008

Posted by Tobüas in n'Stuff.
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Ich bin entstellt und werde vermutlich für die nächsten Wochen nur noch mit dicker Pudelmütze (zum Glück haben wir Herbst) oder bei Dunkelheit oder noch besser mit Mütze bei Dunkelheit auf die Straße gehen. Menschen werde ich generell meiden. Der Grund für mein Eremitentum?

Ich war beim Friseur, und zwar bei einem von den fantastischen Billigschneidern, wo man wie beim Arbeitsamt ne Nummer zieht. Sieht auch aus wie ne Außenstelle der Jobagentur, ich meine was das Klientel betrifft, dass dort schneidet ;-). Na gut, die Hairdesignerin kann nix dazu dass ich zukünftig als Einsiedler in den weiten Sibiriens leben werde, es war im Grunde mein Fehler. Ich hätte schon misstrauisch werden müssen als ich den Laden betreten habe und ich von einer Frau mit schwarzem Haar mit hellblauen Strähnchen angesprochen wurde, Typ „junger pubertierender Türke“. Immerhin schien sie die Einzige zu sein, der vom Alter her der Genuss von Alkohol erlaubt ist.

Von da ab ging es ganz schnell. So schnell, dass ich nicht mehr reagieren konnte, ruck zuck lag meine üppig wuchernde Lockenpracht (in dem Stadium, in dem sich meine Haare befanden, werde ich von meiner Family ‚Schäfchen’ genant) auf dem Boden. OK, das ist jetzt etwas übertrieben, ich hatte keine soooo langen Haare, aber trotzdem. Da ich Brillenträger bin ist es für mich etwas schwierig einzugreifen, wenn das Schneiden erst mal begonnen hat. Ohne Brille bin ich ein blinder Maulwurf, und ich finde ich sehe auch so aus. Aber ohne Brille kann ich das im Spiegel nur schwer beurteilen – ein Teufelskreis :-). Der Schneideprozess geht bei mir immer so: Wir klären ab was ich will oder zu haben wollen möchte, dann wird mir die Brille abgenommen. In der folgenden halben Stunde starre ich dann das Monster an, dass mir im hoffentlich stark verzerrenden Spiegel entgegenblickt und an Sicherheitschef Odo aus Deep Space Nine erinnert: Hohe Stirn, keine Augenbrauen, extrem tiefliegende Augen, die zu weit unten und zu dicht an der stark in die breite gehenden Nase liegen. Gut, das Problem mit der Nase hatte Odo nicht. Und Odo hatte, wenn ich mich erinnere, auch keine grauen Haare oder Geheimratsecken. Ich hingegen muss ich nach Auskunft meiner Friseuse (wenn deren Fähigkeit zu schneiden nichts über deren allgemeine Kompetenz sagt) bald auch noch mit färben anfangen. Im Grunde, so klang es wie sie es gesagt hat, kann ich mich aufs sterben gefasst machen. Nachdem ich also dieses Ding in dem, was hoffentlich kein Spiegel ist, viel zu lange angeschaut habe, darf ich irgendwann die Brille wieder aufsetzen und das Geschehene kommentieren. Das entsetzen über die Frisur wird aber immerhin dadurch gemildert, dass ich feststelle, dass meine Blindheit das Spiegelbild tatsächlich stark verzerrt hat und ich im Endeffekt doch nur durch die Frisur entstellt werde. Nur die grauen Haare gehen dadurch nicht weg :-(.

Glück hat am Ende nur Roland Curth. Roland Who??? Man kommt rein, die Haarstylisten stellt sich erst mal vor („Hallo ich bin Kim und ich werde ihnen jetzt ihre Haare machen“), bietet einem einen Kaffee an und am Ende sieht man nicht aus wie Frankenstein. Und zusätzlich zum Haarschnitt bekommt man noch einen völlig belanglosen small talk über Michael Jackson, Schönheitsoperationen und das beste Shampoo der Welt inkl. einer Gratisprobe des selbigen. Noch ein Tipp für alle Heidelberger: Auf der Homepage gibt es einen 10 Euro Gutschein, den man beim ersten Besuch einlösen kann. Da ich leider für diese Werbung gar nix (nicht mal kostenlose lebenslange Haarschnitte bei Kim, meiner Lieblingsfriseuse) bekomme :-(, ich den Gutschein schon benutzt habe und mir der Laden zu teuer ist werde ich zukünftig wohl wieder auf die kostengünstigere Alternative zurückgreifen und meine Schwester an die Haare lassen. Ist ein guter Kompromiss: Sieht um Klassen besser beim Billigladen und es kostet mich nur einen Kaffee.

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